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Sommer in Wien (I). Gänsehäufel.

Sunday, July 6th, 2008

English text above.

Mein fünftes Jahr in Wien - das erste Mal im Gänsehäufel. Eine Badeinsel in der Alten Donau in Wien.

Es war ein Erlebnis - es war ein Ausflug zurück in die Zeit und ein Stück vermutlich wirkliches Wien und Österreich. Anstellen - Karte kaufen (4,50 EUR) - Karte “abreißen” lassen und dann rein. Ins “Städtische Bad”.

Ich mag den Begriff der “Subkultur“, den ich unter Wikipedia in Bezug aufs Gänsehäufel gelesen habe: Viele Kästchen, viele Kabinen. Und genau dort bildet sich viel Leben. Viel Alltag, der normalerweise in den Wiener Wohnungen bleibt: Essen wird zubereitet, Salate in Plastikschüsseln, Alufolien. Familien mit Kindern sitzen um Tische, die in den Kabinenbereichen oder vor den “Hüttln” aufgestellt sind und lagern ihren Tagesablauf ins öffentliche Bad. Gegenüber liegt ein alter Pensionist auf einer Liege mit einem weißen Leintuch, einer Badeshort, einem Badehut und einem kleinen, verwaschenen Badetuch, über seinen Bauch. Es wird nicht viel versteckt.

Es hat mir gefallen, älteres Publikum anzutreffen. Das hat zum Gänsehäufel und zum gesamten Erscheinungsbild gepasst. Ein paar Schritte zurück. Vielleicht hat es sogar etwas von “Sommerfrische” - wie damals.

Als ob stellenweise die Zeit stehen geblieben ist. Die Schilder: “Aborte Frauen” zeigt die Toiletten für Damen. “Brause” weißt den Weg zu den Duschen. Die Gebäude und Einrichtungen - Beton, kalt, eines das Abbild des Anderen. Zweckdienend - kein moderner Lifestyle oder Wellness. Braucht’s auch nicht. Einzig die Bezeichnung “Aborte” finde ich etwas unästethisch - Abort ist lt. Wikipedia nicht nur ein “veraltetes Wort für Toilette” sondern auch “Fehlgeburt“.

Für mich auf alle Fälle eine große Diskrepanz zu meinem (digitalen) modernen und schnellen Alltagsleben. Fast wie in einem anderen Land - zu einer anderen Zeit. Das sollen auch die Bilder zeigen (mehr Bilder auf flickr).

Ein schöner Ausflug.

Summer in Vienna: Gänsehäufel. Entrance-Area. (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel. \Summer in Vienna: Gänsehäufel - Toilets and shower for men (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel. Only for men. (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel. (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel. (sugarmelon.com)Summer in Vienna: Gänsehäufel (sugarmelon.com)

Das Gänsehäufel wurde am 5. August 1907 unter dem Namen “Strandbad der Commune Wien am Gänsehäufel” eröffnet und wurde zum “Lido in Wien” (Stadt Wien). Es ist 270.000 m² groß, hat einen 2 km langen Strand und bietet Platz für 35.000 Leute.

Das Thema “Donauregulierung” finde ich sehr interessant… Bis zur Donauregulierung (1875) lag das Gänsehäufel im Hauptstrom der Donau. Durch die Regulierung entstand die Alte Donau - ein stehendes Gewässer. Vorallem, wenn man daran denkt, dass der gesamte Bereich um die “Donau” im heutigen Stadtzentrum damals aus vielen Seen und Wasserarmen bestand.

My fifth year in Vienna - my first time in the “Gänsehäufel“. An island within the Old Danube in Vienna.

It was exciting - it was a journey back in time and a piece of maybe real Vienna and Austria. Queue up - buying a card (4,50 EUR) - cancelling the ticket and then, entering the “Public Bath”.

I like the term “Subculture” in connectino with the “Gänsehäufel” I read in Wikipedia: Many old houses, places, where people can leave their bath-suites, towells and other stuff they need for swimming and sitting in the sun. And exactly at this places you find live. A lot of everyday life, which is normally hiding in Vienna’s flats: Food is getting preparated, salads in plastic-bowls, aluminium foil. Families with children are sitting around tables, which are placed in front of those small houses and huts. Next to the table is a retiree on a bed, with a white sheet and a washed-out towell over his body. A short and a hat.

Nothing gets hidden.

I liked it, meeting elder people. This fit to the athmosphere and philosophie of the Gänsehäufel. A few steps back. Maybe a little bit of “Sommerfrische” - like at that time.

I was like the the time stopped somehow. The signs “Aborte Frauen” is showing toilets for woman. “Brause” arrows the way to the showers. The houses and the equipment - concrete, cold, one a copy of the other. Acting its function - no modern lifestyle or wellness. It’s not necessary. Only the naming “Aborte” I find unasthetic (Wikipedia).

It was a big discrepance to my normal, fast and digital daily life. I felt a little bit in another country, at another time. This should show the images I shot there - more images on my flickr-account.

It was a nice trip.