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Vienna - Belgrade - Novisad. And back or “Stani pet minut - Sad!”

Monday, July 14th, 2008

Bus: Wien-Belgrad-Wien (sugarmelon.com)Belgrade. (sugarmelon.com)Belgrade. (sugarmelon.com)Belgrade. (sugarmelon.com)

English Version below.

Der Bus nach Belgrad am Donnerstag Abend um 19 Uhr war komplett voll. Ich bin in der letzten Reihe ganz in der Mitte gesessen. Absolute Beinfreiheit. Ich glaube, ich war der einzige Tourist.

Neben mir im Bus saß Dragan. Er hat sich so im 30-Minuten-Takt seine roten Marlboro angezündet. Er arbeitet in einem Würstelstand in Wien und verbringt mit Frau, Sohn und Tochter ein verlängertes Wochenende in seiner Heimat. Leicht hat er’s nicht in Wien als Serbe. Er wird oft attackiert und beschimpft. Wir haben uns sehr gut unterhalten. Wobei er die Politik von der rechten FPÖ und HC Strache nicht so schlecht findet. Er hat ja “Recht hat”. Diesem Phänomen begegne ich leider öfter.

“Jetzt bist Du gleich Tschusch“, meinte Dragan, der links neben mir gesessen ist, kurz vor der Einreise nach Serbien. Sein 8-jähriger Sohn, links von mir, meinte darauf: “Sonst sind wir es immer in Wien: Tschusch.”

Grenze. Zwei Stunden hat die Einreise nach Serbien von Ungarn gedauert. Zwei Stunden sind wir gestanden und es wurde kontrolliert: Gepäck, Pässe, Passagiere. EU-Außengrenze - wir verlassen “Europa”. Vor 10 Jahren, während des Krieges mußte man für 250 ATS (ca. 20 EUR)/Person an der Grenze noch eine eigene Autoversicherung abschließen. Niemand aus dem Westen trug das Risiko.

Die Ausreise war schneller. Der Busfahrer hat auf der Grenze “geschmiert”. 40 EUR hat’s gekostet. Eingezahlt in der Geldwechselstube. Die Quittung wurde dann dem ungarischen Zöllner gezeigt. Bargeld wäre doch zu offensichtlich gewesen. Ob die beiden jungen englischen Touristen gecheckt haben, warum danach ein Plastikbecher mit der Bitte “einen Euro einzuwerfen” herumgereicht wurde? Neben uns bei der Grenze wurde ein Minibus zerlegt. In den Kisten waren Unmengen an Zigaretten - eine Packung kostet so um einen Euro herum. Sicherlich ein gutes Geschäft. Ach ja, Mini-Busse: “60 EUR Wien-Belgrad-Wien. Fahren die alte Landstraße und überholen mit 140 km/h. Dafür ist man in weniger als 6 Stunden am Ziel”, so ein Kroate während dem Abendessen in Ungarn.

Belgrade. (sugarmelon.com)Novi Sad. (sugarmelon.com)Border: Hungary-Serbia (sugarmelon.com)

Belgrad hat sich seit meinem letzten Besuch im April 2004 nicht sehr viel verändert. Äußerlich. Die Gebäude sehen gleich aus. Nur mehr geschmückt von “Raiffeisen Bank“, ”Hypo“, ”Die Erste“, “Wiener Städtische” und einigen anderen westlichen Marken. Ich mag ja Belgrad. Die Athmosphäre, die eigene Stimmung. Die Freundlichkeit und Bestimmtheit. Als ob die Zeit kurz stehen geblieben ist. Eines der wenigen Länder und Städte in “Europa”. Ich verstehe nur nicht, warum es von “Europa” so ignoriert wird.

Ich hab mich schon recht gefreut auf einen “Domaca Kava” in einem Cafe, in dem ich damals schon vor vier Jahren war. Also einem türkischen Kaffee. “Gibt es nicht mehr. Wir haben Nescafe.” Schade. Auch nicht im zweiten Cafe. In einem tollen Gasthaus am Land, außerhalb von Novi Sad - in der Vojvodina - hab ich dann einen “Domaca Kava” bekommen mit perfektem Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Da sind wir von Mittag bis Abend gesessen. Es war wunderbar. Eigentlich perfekt. Genauso wie am Tag zuvor neben der Donau: Fisch und Meeresfrüchte und serbische Musik. Fantasticno.

Ach ja. Dann war da noch das EXIT-Festival in Novi Sad: Paul Weller, Let 3, Gogol Bordello, Manu Chao, Gentleman usw. Eine Stimmung, die ich bei Festivals und Veranstaltungen in Österreich nicht erlebt habe.

Danke Lidija und Milena. Super wars.

Stani pet minut - sad!

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Cards in Novi Sad (sugarmelon.com)Srebrenica (sugarmelon.com)Strand in Novi Sad (sugarmelon.com);)

The bus to Belgrade left at 7 PM on Thursday and was completly full. I was sitting in the last row in the middle. A lot of space for my feet. I think, I was the only tourist.

Dragan was sitting next to me. He was lighting his red Marlboro every 30 minutes. He is working at a “Würstelstand” in Vienna and was spending a longer weekend with wife, sun and daughter in his home-town. It is not very easy as serbian in Vienna. He often gets bad reputation. We had a very good discussion. Although he finds the politics of the right-wing FPÖ and HC Strache not so bad. “He is right“, he said. I am often getting confrontated with this kind of strange phenomen.

Soon you are getting a ‘Tschusch’“, said Dragan short before we were entering Serbia. His 8 year old sun answered to this: “Ususally we are this always in Vienna: Tschusch“.

Border. Crossing the border to Serbia lastet two hours. Two hours of waiting and controlling: Luggage, passports, people. EU-Border - we are “leaving Europe”. 10 years ago driver had to make a car-insurance at the border for 250 ATS (approx. 20 EUR)/person. No insurance-company from the west shared this risk.

Leaving Serbia was faster. The bus-driver payed the tollkeeper 40 EUR. Passing the border faster, without “circumstances“. He paid this money at the exchange office. It would have been to visible, paying him the money directly. I am not sure, if the two young english tourists checked, why there was going round a plastic-can, asking for 1 EUR from every passenger. Next to us at the border there was a mini-bus. Completly checked - and many cigarettes outside. One package is around 1 EUR. For sure a good business. Ah, apropos mini-bus: “60 EUR from Vienna to Belgrade and back. They are driving the old road, outrunning with 140 km/h. The distance takes less than 6 hrs.“, so a croatian guy during dinner in Hungary.

EXIT-Festival Novisad (sugarmelon.com)Paul Weller at EXIT-Festival Novi Sad (sugarmelon.com)EXIT-Festival in Novisad (sugarmelon.com)

Belgrade has not changed since my last vist in April 2004. Buildings are looking the same. Covered with “Raiffeisen Bank“, “Hypo“, “Die Erste“, “Wiener Städtische” and other brands and logos from the west (or from Austria).

I love Belgrade. The athmosphere, the feeling. The kindness and powerness. As if time has stopped for a couple of moments. One of the few countries and cities in “Europe” - not understanding, why it is getting so ignored by “Europe”.

I was looking forward for “domaca kava” in a caffee I have been four years ago - a turkish coffee. “We do not have this anymore. We are serving Nescafe.” Hm, what a pitty. I also did not get it in the second coffee house. In a perfect restaurant outside of Novi Sad, in the Vojvodina, I got it - the “domaca kava”. Together with a perfect breakfast, lunch and dinner. Sitting from miday to early evening. It was wonderful. Nearly perfect. The same like the day before next to the danube: Fish and seafood and serbian music. Fantasticno.

Ah, then there was also the EXIT-Festival in Novi Sad we visited two nights: Paul Weller, Let 3, Gogol Bordello, Manu Chao, Gentleman, etc. Powerful event, have not seen yet in Austria such emotions.

Thanks Lidija and Milena. I love this Balkan. Will come back for sure.

Stani pet minut - sad!

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Lou Reed. Berlin. Wien, 2. Juli 2008.

Saturday, July 5th, 2008

Normalerweise, wenn Persönlichkeiten wie Lou Reed ein altes Projekt (”Berlin”) ausgraben und zum Besten geben, denke ich mir, der Artist benötigt dringend Geld. Kann das gut werden.

Lou Reed. Steht für mich symbolisch für meine Studienzeit in Hagenberg (Small Town), auch wenn ich schon vor dieser Zeit viele musikalische Begegnungen hatte. Perfect Day hat mich eine Zeit lang begleitet - nicht zuletzt durch Trainspotting. Ich mag die Einflüsse und die Querverbindungen zu Iggy Pop und David Bowie, den ich ja sehr schätze…

Lou Reed. Berlin. Wien/Vienna, 04.07.2008Lou Reed. Berlin. Wien/Vienna, 02.08.2008.Lou Reed. Berlin. Wien/Vienna, 02.08.2008.Lou Reed. Berlin. Wien/Vienna, 04.07.2008.

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Berlin. 1973 veröffentlichte Lou Reed dieses Album, das mit düstere Werke, gewalttätige Beziehungen, Drogenabhängigkeit und Prostitution das Publikum provuzierte. Berlin ist heute ein Klassiker und wird vom Rolling Stone auf Platz 344 der Greatest Albums of all Time gelistet.

Das Konzert fand im Gasometer in Wien statt, wo es - zu meiner Überraschung - jede Menge freier Steh- und Sitzplätze gab. Es war also nicht ausverkauft. Die Qualität des Publikums hat mich nicht überrascht und war mir sehr sympatisch. 44 Euro fürs Ticket sind viel.

Lou Reed kam mit einem 30-köpfigen Orchester: Streicher, einem Chor, Kontrabass und jeder Menge elektronischer Gitarren. Meine Vorstellung vor dem Konzert war “imposant”: Ein Orchester, mit der Stimme von Lou Reed, eine Inszinierung mit Video von Julian Schnabl (Filmemacher, der Berlin verfilmt hat), das kann ja unter die Haut gehen.

Gleich nach den ersten Takten war mir klar, daß ich mir das nicht erwarten kann. Lou Reed kam mir in dieser Besetzung eher als “Special Guest” oder als “Aufputz” vor. Ein eher statisch wirkender Sänger, der unemotional seine Stücke singt und dazu Gitarre spielt. Ich hätte mir einen größere Auftritt erwartet. Mehr Persönlichkeit, die über die Bühne kommt. Lou Reed.

“Berlin” dauerte um die 55 Minuten und war gekennzeichnet durch unpassende “Jam Sessions” (Kommentar von FM4) und einer meiner Meinung nach einfach schlechten Inszinierung - das Video ging unter, die Bühne passte nicht zusammen.

“Berlin”, “Lady Day”, “Men of Good Fortune”, “Caroline Says (I)”, “How Do You Think It Feels”, “Oh, Jim”, “Caroline Says (II)”, “The Kids”, “The Bed”, “Sad Song”.

Caroline Says. Lou Reed, Berlin. Wien, 02.07.2008

Erst nachdem Lou Reed seine Zugaben mit alt-bekannten Songs spielte (zB Satellite of love), kam Bewegung auf. Eigentlich auch schade, daß das Publikum immer dann aufwacht, wenn die größten Erfolge “wiedergekaut” werden. Es ist egal ob es ein Reinhard Fendrich oder ein Wolfgang Ambros ist - das Prinzip ist immer gleich.

Ich dachte mir, wenn er jetzt nun auch “Perfect Day” spielt, ist es so, als ob Wolfgang Ambros “Schifoan” zum Besten gibt. Es war gut, daß Lou Reed es nicht gemacht hat.

Berlin hat mich nicht berührt. Es war kalt und unsympatisch. Aber vielleicht war es ja auch so gewollt. Ist ja Berlin das “deprimierendste Album der Geschichte” (lnterview mit Lou Reed und dem Tagesspiegel).

Enttäuschend fand ich auch, daß Digitalkameras beim Eingang sowie in der Konzerthalle penibelst kontrolliert und auch während des Konzerts abgenommen wurden (meine auch). Allerdings - die mediale Verwendung des Handys war erlaubt (Foto, Video, etc.).

Twitsay from Lou Reed in Vienna (60 sec.)

Twitsay from Lou Reed in Vienna (60 sec.)

Twitsay from Lou Reed in Vienna (56 sec.)